Samstag, 11. November 2017

Auszug aus London's Lost

London's Lost 

=[ 1887 ]=

(...)
Kaum jemand war unterwegs. Es war Juni, die Nächte waren mild und es blieb abends immer länger hell. Die Menschen versuchten in dieser Zeit noch nach Haus zu eilen und sperrten gleich die Tür zu, wenn sie dort sicher angekommen waren. Aus dem unbeschwerten Nachtleben Londons waren Nächte der Angst geworden. Sogar die Prostituierten waren für eine schnelle Nummer in einer unbeleuchteten Gosse nicht mehr zu haben. Dass sie es nun unter den Laternen trieben, störte sie nicht im Geringsten, aber es verschönerte das Stadtbild jetzt nicht unbedingt. Prostitution war illegal, aber wo kein Kläger, da kein Richter.

Gary hob seine Mütze an und kratzte sich am Kopf. Er hatte die Zigarette zwischen den Lippen stecken und kniff ein Auge zu. Durch die pechschwarze Nacht, war wirklich wenig zu sehen. Sie waren bewaffnet und hatten allerlei nützliches Zeug dabei, hatten sich aber bewusst gegen jede Lichtquelle entschieden und die kleinen Gaslaternen Zuhause gelassen. Schließlich wollten sie niemanden verjagen, sondern jemanden schnappen – falls sie tatsächlich dem Mörder über den Weg liefen, der die letzten Wochen Angst und Schrecken verbreitete. Das würde einen dicken Bonus bringen. Seit knapp einem Jahr hatten seltsame Morde Einzug in den beschäftigten Alltag der Constables gehalten. Ein paar Frauen waren wie Tiere aufgeschlitzt worden. Bis jetzt war es den Polizisten gelungen, die Fälle möglichst von der breiten Öffentlichkeit fern zu halten, doch diese neue Mordserie hatte Angst und vor allem Unsicherheit in den inneren Reihen gestreut. Wer war dieser Mörder, der die Frauen aufschlitzte, als würde er etwas suchen, und dann einfach liegen ließ? Seit längerem war nun kein Mord mehr geschehen. Ganz ungefährlich war das natürlich nicht, aber Gary hatte die Akten studiert und trainierte täglich seinen Körper und den Umgang mit dem Gummiknüppel. Seine Statur war gut und er war kräftig geworden. Mit seinen dunklen Haaren, war er gutaussehend und begehrt. Doch seine Gedanken galten im Moment nur der Arbeit.

Matt war der schmalere von beiden, drahtig gebaut und mit modern geschnittenen Haaren war er auch nicht gerade hässlich. Aber wenn man genau hinsah, konnte man in Matt’s Augen vor allem eins erkennen: Angst. Obwohl er wusste was zu tun war, obwohl sie den Ernstfall so oft geprobt hatten, hatte er noch immer Angst. Gary musste ihn bei Schichtbeginn sogar beruhigen und sprach immer wieder leise auf ihn ein.

Mitternacht war längst vorbei, das Läuten der Glocken verstummt und Straße für Straße tasteten sich die Männer nun vor, stets darauf bedacht, im Schatten zu laufen, bedeckt zu bleiben. Während ihre Kollegen die Nacht in anderen, helleren Vierteln (und wahrscheinlich in Kneipen und Bars) verbrachten, waren sie in der Dunkelheit unterwegs. Bis jetzt hatten sie niemanden getroffen, ganz wie Gary es prophezeit hatte. Und selbst wenn…dann hätten sie das arme Schwein selbstverständlich nach Hause begleitet. Die Flower Street wurden von den anderen Constables gemieden, doch Gary wollte nicht kneifen. Schließlich war er nicht umsonst Polizist geworden. An diesem Abend schien alles ruhig zu sein und die Straßen waren leer gefegt.

Es war also still auf Whitechapel’s Straßen und Matt betete, dass dies auch so bleiben möge. Das Herz schlug ihm schon den ganzen Abend bis zum Hals und er hatte ein sehr ungutes Gefühl.
„Ich habe ein sehr ungutes Gefühl.“, flüsterte er und griff sich an den Bauch. Sein Magen zog sich schmerzhaft zusammen und seine Hände zitterten immer stärker. Langsam liefen sie weiter, die Hand am Schlagstock und den Blick wach umherschweifend. Ihre Sinne waren bis aufs Äußerste gespannt und so war es kein Wunder, dass ihnen das Blut in den Adern gefror, als plötzlich ein lauter Schrei die Stille zerfetzte.

Sonntag, 5. November 2017

Kurzrezension: Kommando Abstellgleis

Kurzrezi

Kommando Abstellgleis

                                                   von Sophie Hénaff



=[ Harte Fakten ]=

- carl's books
- 253 Seiten
- 14,99 €

=[ Um was geht's denn? - Klappentext ]=

Das Pariser Hauptkommissariat, 36 Quai des Orfèvres hat eine neue Leitung. Ihr Ziel heißt: die Aufklärungsraten und Statistiken polieren und alle lästigen, aufsässigen und arbeitsunwilligen Mitarbeiter loswerden. Deshalb ruft die Führungsriege eine neue Brigade ins Leben, in der alle Alkoholiker, Faulenzer, Schläger, Depressive und Polizisten, die sich für etwas anderes berufen fühlen - wie z.B. Eva Rozière, die Krimis schreibt, anstatt zu ermitteln -, zusammengefasst werden sollen. Die Leitung übergibt sie Anne Capestan, einer einst hoffnungsvollen jungen Polizistin, die wegen eines fatalen Fehlers vom Dienst suspendiert wurde. Was man von ihr erwartet: stillhalten. Anne hasst aber nichts mehr, als einfach zu gehorchen. Deshalb lässt sie nichts unversucht und baut mit ihrer Truppe der verkrachten Existenzen in einem schäbigen Büro bei miserabler technischer Ausstattung, ohne Waffen und Blaulicht ein Kommissariat der unkonventionellen Methoden auf und löst - zum Schrecken der neuen Chefs - auch noch alte Fälle, die die neue Führungsriege in gar keinem schönen Licht erscheinen lassen ... Ein origineller, schwungvoller, intelligenter Krimi - zum Schießen komisch!

=[ Meine Kurzmeinung ]=

Also ich sags mal so: Ich hatte was anderes erwartet.
Erwartet hatte ich - wie der Klappentext verspricht, ein Buch, das zum Schießen komisch ist.
Bekommen habe ich...einen Krimi der manchmal schmunzeln lässt - manchmal.

Der Fall an sich ist nicht schlecht, aber die Charaktere einfach irgendwie zu weit weg. Sie ermitteln noch in anderen Fällen und so wird man immer wieder herausgerissen und muss sich neu orientieren.

Die französischen Namen irritieren natürlich gewaltig. Durch meine bescheidenen Französischkenntnisse weiß ich diese auszusprechen und der Lesefluss wird nicht ganz so schlimm gestört, mein Problem war mehr, mir diese Namen zu merken. Es ist einfach alles etwas zu viel und das ist sehr schade. Ich denke mal, mit max. drei Charakteren hätte das Prinzip super funktioniert. Aber das Buch hat durchgehend gute Bewertungen, was ich jetzt nicht so ganz nachvollziehen kann. Da sieht man mal wieder, wie die Meinungen auseinander gehen.

Schlecht war's jetzt nicht. Aber gut ist auch anders.

=[ Wertung: 2 von 5 ]=

Sonntag, 29. Oktober 2017

Rezi: Nalia - Tochter der Elemente

Nalia – Die Tochter der Elemente


                                                         von Heather Demetrios







Freiheit ist Macht. Und das ist etwas, das du nicht hast.“ - Raif




=[ Harte Fakten ]=
  • dtv 2017
  • Taschenbuch 10,95 Euro
  • 496 Seiten
=[ Worum geht’s denn eigentlich ? ]=

Nalia ist ein Dschinn, gefangen bei Malek, einem stinkreichen Choleriker in Los Angeles. Es fehlt ihr eigentlich an nichts, aber sie fühlt sich bei ihrem Herren nicht wohl und setzt alles daran, ihre Freiheit zurück zu erhalten. Dafür braucht sie aber ihre Flasche wieder...und das ist leichter gesagt als getan.


Was kostet es, frei zu sein?“ - Nalia


=[ Meine Meinung ]=


Dank eines großartigen Projekts mit dem dtv durfte ich das Buch bereits im Sommer lesen! Da ich ein riesen 1001 Nacht Fan bin, war ich natürlich neugierig. Wobei ich wirklich sagen muss, dass das überhaupt nicht mein Genre ist und ich das Buch von mir aus wahrscheinlich nie gelesen hätte. Dennoch gestehe ich: Es hat mir sehr gut gefallen!

Emotional war es eine Berg und Talfahrt. Nadia lernt Raif kennen, der ihr helfen möchte, und plötzlich steht ihre Welt Kopf. Obwohl Malek sie nicht besonders gut behandelt, hat sie irgendwie doch Gefühle für ihn entwickelt, kann aber nicht sondieren, ob es nun Liebe oder Mitleid ist und dann tritt auch noch Raif in ihr Leben und alles wird noch verwirrender für sie. Außerdem ist Nalia etwas ganz besonderes und ein Feind ist auch bald bald hinter ihr her. Sie muss unbedingt an die Flasche kommen! Doch diese trägt Malek Tag und Nacht bei sich.

Nalia ist eine total goldige Person und ich mochte sie sofort! Sie macht in diesem Buch wirklich einiges durch. Leser von Romance sind das sicher gewohnt, für mich war es schon ungewohnt, gefühlsmäßig so durcheinander gewirbelt zu werden.


Die Autorin schafft es wirklich, dass am Ende sogar der Leser so etwas wie Mitleid empfindet, wobei man am Anfang dachte „Der ist böse!“. Nalia ist als Trilogie ausgelegt und ich bin gespannt wie es weitergeht.


Das Cover liebe ich übrigens auch total und das Format der dtv Taschenbücher fand ich schon immer toll. Einziger Kritikpunkt: Ich finde den Titel und Untertitel nicht wirklich passend, das sollte aber niemanden abschrecken.


Ein wundervolles Jugendbuch also!



Für Sonnenuntergänge ist immer Zeit.“ - Nalia


=[ Fazit ]=

Tolle Geschichte und tolle Charaktere – mit vielen Emotionen


=[ Wertung: ♥ ♥ ♥ ♥ 4 von 5 ]=

Sonntag, 15. Oktober 2017

Messebericht - FBM 2017

Meine Frankfurter Buchmesse



Bevor es heute nun mit dem Baustress weitergeht... (und sich die Morgenübelkeit endlich wieder eingekriegt hat...) möchte ich euch noch von meiner FBM berichten. Die spontanste ever.

Morgens um halb 7 habe ich entschieden, mich einfach ins Auto zu setzen und nach Wochen von Brechen, Schlaflosigkeit und Baustress, einfach mal eine Auszeit zu nehmen... eine wirklich gute Entscheidung.

Nach dem Stau vor dem vorbildlich ausgeschriebenen Parkhaus kam ich um 9:30 Uhr an!



Die erste Station war der Thalia Stand und ich musste mir natürlich sofort ein Plattform 9 3/4 Lesezeichen machen :D! Morgens war die Schlange auch noch nicht so lang.

Natürlich hatte ich keinen Plan gemacht, was überhaupt so los ist und so bekannt bin ich als Bloggerin noch nicht, um zu 20 Empfängen eingeladen zu werden. Dementsprechend entspannt ging es weiter - und was sahen meine Äuglein? Der dritte Stand war mein Lieblingsverlag! Die Greenlight Press!!




Das Team war super nett und hat mich gleich Süßigkeiten angeboten und einen Stuhl. Total süß! Meine Lieblingsautoren waren natürlich auch da und ich habe sogar die hübsche Skyler von den Seelenwächtern getroffen! hammer Frau! :P



Nicole war super wie immer und das Gruppenfoto hier ist entstanden!



Allein wegen dieser paar Minuten hat sich die Fahrt schon gelohnt!

Nachdem ich mich dann ausgeruht hatte, gings weiter Richtung Drachenmond und Sternensand. Dort bin ich in "Aus dem Leben einer Büchersüchtigen" gerannt und hab ein Selfie mit ihr gemacht! Eine ganz Liebe :* Kurz darauf hab ich auch meine Blogpartnerin Nanni von Nanni's Welt getroffen. Von ihr hab ich Vollprofi natürlich kein Foto haha!



Um 12 Uhr stand dann das Bloggertreffen des Papierverziererverlags an! Da kommen tolle Neuerscheinungen! Felix A. Münter wird sich demnächst einem Interview stellen!

Irgendwann musste ich dann einen völlig überteuerten Salat essen und habe eine Freundin besucht, die bei dtv arbeitet. Toll, sie mal wieder zu sehen.

Völlig überraschend klingelt auf einmal mein Handy. Vor Wochen habe ich mir die Signierstunde von Tad Williams auf Erinnerung gelegt. Jetzt war es nur noch eine halbe Stunde bis zum Beginn und ich dachte, da bin ich viel zu spät und komme niemals dran... Zum Glück bin ich trotzdem hin! Und völlig überraschend steht vor mir in der Schlange die hübsche Julia Lange, die Autorin von "Irrlichtfeuer"! Eine total liebe Frau, die sich ganz nett mit mir unterhalten hat. So war die Wartezeit erträglich und nach 45 Minuten anstehen war es soweit - ich habe Tad Williams getroffen :D! Auf jeden Fall ein Highlight! Auch wenn ich mit der Saga noch nicht ganz durch bin finde ich schon jetzt... WENN man wirklich jemand mit Tolkien vergleichen kann...dann ist es Tad Williams!



Inzwischen war es Nachmittag und mir gings nicht mehr so gut...also habe ich mich entschlossen, nochmal bei der Greenlight Press vorbeizuschauen und mir endlich das erste Heliosphere Hardcover zu kaufen! Eine meiner Lieblingsreihen!

Ein toller und sehr anstrengender Tag ging zu Ende und auf der Rückfahrt musste ich kurz Rast bei meinen Eltern in Aschaffenburg machen...um eine Kleinigkeit zu essen.



Ich bin sehr froh, doch noch hingefahren zu sein und möchte mich bei allen bedanken, die sich kurz Zeit für mich genommen haben. Vor allem bei Andreas Suchanek und Nicole Böhm, für die liebe Worte, Henrick (TEAM) für die Gummibärchen, Skyler, Michèle und Julia, für die netten Gespräche, Nanni, dafür, dass sie da war, auch wenn wir uns nicht lange gesehen haben.

Freitag, 6. Oktober 2017

Rezension: Ein MORDs-Team Hardcover 3

Ein MORDs-Team - Der Fall Marietta King 3 
- In den Trümmern -

                                                                von Andreas Suchanek




=[ Harte Fakten ]=

- Greenlight Press 2017
- Hardcover 19,90 €
- 336 Seiten

=[ Worum geht's denn eigentlich? ]=

Bei der Feier zum Gründungstag detoniert eine Bombe und nicht jeder hat die Explosion üblebt.

=[ Meine Meinung ]=

Hah! Inhaltsangaben spannend machen kann ich! Es ist mal wieder so. Die Leserunde bei Lovelybooks war einfach zu verfolgen und zu diskutieren, denn da sind alle up to date. Wenn ich euch jetzt erzähle, dass Meryl eine saudoofe Kuh ist...dann könnt ihr wahrscheinlich nicht viel damit anfangen. :P 

Der dritte Hardcover ist wirklich super spannend! Teil 7 "In den Trümmern" (der erste im HC) war lange mein Lieblingsband, weil er so unfassbar aufregend war. Wer überlebt die Explosion, wer nicht? Menschen waren verschüttet, vermisst. Und nicht zuletzt Randy und Vince. Es war atemlos und es war eine Freude, das nochmal in Hardcover zu lesen. 

Ihr wisst ja bereits, dass das MORDs-Team für mich die ??? abgelöst hat. In Band 8 und 9 geht die Handlung rasant voran, Personen tauchen auf und vor allem Identitäten werden geklärt. Es gibt neue Freunde aber auch neue Freunde und vor allem weitere Hinweise auf den Mörder von Marietta. Nicht alle werden dieses Hardcover überleben!

Mein einziger Kritikpunkt: Der Buchrücken passt nicht zu den anderen XD haha! Mich stört das jetzt nicht unbedingt, ich finde den dritten sogar besser. Aber es fällt natürlich auf, dass er nicht in die Reihe passt. Das Cover ist wie immer bei der Greenlight Press wunderschön und es ist schade, dass die Cover der anderen Teile zu kurz kommen.

Dafür gibt's natürlich keinen Abzug.

=[ Fazit ]=

Spannung bis zum Schluss!

=[ Wertung: 5 von 5 ]=

Dienstag, 26. September 2017

Rezension: Die Chroniken der Windträume

Die Chroniken der Windträume

von Jando




=[ Harte Fakten ]=

- Koros Nord 2016
- Hardcover 13,99 €
- 120 Seiten 

=[ Worum geht's denn eigentlich ? ]=

Tom hat mit schwerer Trauer zu kämpfen. Am Meer begegnet er dem Herrn der Winde und lernt, mit der Trauer besser zurecht zu kommen. Jahre später sitzt auch sein Sohn Jan am Ufer und ihm widerfährt dasselbe. 

=[ Meine Meinung ]=

"Die Chroniken der Windträume" ist ein modernes Märchen, dessen Titel mich anfangs etwas in die Irre geführt hat. Es ist wunderschön illustriert. Für ein Kinderbuch ist es zu kompliziert und für ein Erwachsenenbuch zu einfach.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich es einordnen soll. Entgegen vieler anderen Rezensenten hat mich das Buch leider nicht berührt und gepackt. Ich hatte den Eindruck, der Autor hat sich da etwas verrannt und hätte das was er eigentlich sagen wollte, auch besser und schöner sagen können. Im Buch passiert alles sehr schnell und fand die "Sprüche" auch nicht wirklich innovativ. 

Es ist einfach kein Coelho und ich konnte damit nicht wirklich warm werden. Heißt aber nicht, dass es schlecht ist. Es hat einfach nicht meinen Geschmack getroffen. 

Trotzdem vielen Dank, dass ich es lesen durfte. Ich bin sicher, es hat durchaus seine Fans!


=[ Fazit ]=

Ein modernes Märchen für Kinder und Erwachsene.

=[ Wertung: ♥♥ 2 von 5  ]=


Samstag, 23. September 2017

Vorstellung: Stephen King - Der dunkle Turm (Reihe)

=[ Der dunkle Turm ]=

                                                                          von Stephen King


Quelle: Google


"Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm."

[ ♥ ] 

Es gibt nur einen King!! 

Anlässlich zum 70-jährigen Geburtstag des King of Horror möchte ich euch heute eine meiner Lieblingsreihen vorstellen, sozusagen ein "all time favourite" von mir.

Seit Filmstart von  "Der dunkle Turm" ist die Reihe in aller Munde. Leider hat der Film wohl auf die meisten sehr abschreckend gewirkt - nicht auf mich, denn ich habe ihn mir gar nicht erst angeschaut.

Die Buchreihe von "Der dunkle Turm" umfasst 7 Bände (Band 1 erschien 1982, einzelne Geschichten sogar 1978) + einen Nachzügler "Wind" der 2012 erschien.

1 Schwarz
2 Drei
3 Tot.
4 Glas
5 Wolfmond
6 Susannah
7 Der Turm
8 Wind

Es gibt ihr auch einen haarsträubend guten Graphic Novel aus dem Splitterverlag! Da solltet ihr auf jeden Fall mal vorbei schauen!

Quelle: Google

Ich schreibe hier mit Absicht keine Rezension über die Bände, da sie ab dem 2ten Band nicht mehr spoilerfrei sind. Deshalb stelle ich euch die Reihe etwas vor und hoffe euch dafür zu begeistern.

"Der dunkle Turm" ist ein richtiger Genremix. Western, Science Fiction, Horror, Fantasy, von allem ist etwas dabei und genau das macht das Werk so einzigartig. Jemand der von vorn herein sagt, Stephen King wäre nichts für ihn, der würde nur so Horrorgeschichten schreiben...den muss ich leider eines besseren belehren.

Der dunkle Turm Zyklus besticht und gut herausgearbeitete Charaktere, eine innovative Story, und zahlreiche Zitate un Stellen, die einem noch Jahre in Erinnerung bleiben werden. Ich habe die Bände mit Anfang 20 zum ersten Mal gelesen und fast jeden Tag einen Band verschlungen. Da ich sie ausgeliehen hatte...war es die Hölle zu warten. Bis ich irgendwann begann mir selbst die Bücher zu kaufen. 

Es geht um den Revolvermann Roland, der auf dem Weg zum Turm ist, um diesen vom scharlachroten König zu befreien. Rolands Heimat ist "Mittwelt" eine Parallelwelt, leicht mittelalterlich angehaucht, aber auch mit Elementen aus dem wilden Westen. Diese Welt gilt es zu retten, denn seit der scharlachrote König an der Macht ist, droht sie mehr und mehr zu verfallen. Doch Roland ist nicht allein. Er trifft bald auf ein paar Gefährten, die ihm auf seiner langen und beschwerlichen Reise unterstützen. Schon in Band 1 "Schwarz" trifft er auf den Jungen Jake Chambers, der aus dem Jahr 1977 stammt.  
Es folgen Eddie Dean, Drogensüchtiger aus den 80ern und Susannah, eine Schwarze, die im Rollstuhl sitzt und zu einer Persönlichkeitsstörung tendiert. Sie stammt aus den 60er Jahren. Das letzte Mitglied des so genannten "Ka-Tets" ist Oy, ein "Billy-Bumbler". Er ist eine Mischung aus einem kleinen Hund und einem Waschbären. (und ich wollte schon immer ein Haustier haben, dass Oy heißt). Oy kann sogar einige Worte sprechen und freundet sich gleich mit Jake an.

Zusammen macht sich das "Ka-Tet" auf die Reise zum Turm, trifft auf außergewöhnlich Kulturen, Menschen und Maschinen. Manchmal kommen sie gerade so mit Leben davon. Die Geschichte um diese höchst ungewöhnliche Reisegruppe strotzen vor Originalität und Spannung und einmal Feuer gefangen, werden Roland und sein Ka-Tet euch nicht mehr los lassen. 

Stephen King spinnt die Geschichte sogar weiter und so sind weitere Werke unweigerlich mit den dunklen Turm Zyklus verknüpft, wie zum Beispiel "Die Augen des Drachen" (auch sehr gut!). 

Diese Buchreihe ist wirklich außergewöhnlich, gerade weil sie so vielseitig ist. King beweist hier, dass er nicht nur ekeligen Horror kann, sondern auch große Emotionen und hervorragende Charakterentwicklung. 

Am Ende der Reihe bleibt ein Gefühl zurück, dass sich schwer beschreiben lässt. Mehr denn je hatte ich hier das Bedürfnis, einfach wieder von vorn zu beginnen, weil ich nicht glauben konnte, dass die Reise vorbei sein soll. Figuren, für die man sich nie begeistert hätte, wachsen einem so sehr ans Herz, als wäre man selbst Mitglied dieses Ka-Tets. 

Quelle: Google


Für mich bleibt "Der dunkle Turm" eine lebensverändernde Reihe, die mich sehr geprägt hat. Einige Ausdrücke habe ich längst übernommen. 

Stephen King hat 30 Jahre gebraucht um die Reihe zu beenden. Zwischen "Der Turm" und "Wind" liegen 8 Jahre. 

Wind ist so etwas wie nach Hause kommen. Ähnlich wie bei Harry Potter. 

Man katapultiert uns noch einmal nach Mittwelt, man nimmt einen tiefen Atemzug dieser wundervoll erschaffenen Geschichte und sieht sich noch einmal kurz um, bevor man sie dann wieder verlässt. 

Aber Rolands Anhänger wissen: wir werden sie nie wieder wirklich verlassen können.